Body Mass Index (BMI): Exakte Kennzahl oder grobe Richtschnur?

Veröffentlicht am 23. Dezember 2011 von RM. Es gibt 1 Kommentar(e).

Der Body Mass Index (BMI)

Im Zusammenhang mit der Frage, ob jemand Unter-, Normal,- oder Übergewicht hat, wird häufig die Kennzahl des Body Mass Index, abgekürzt BMI, verwendet. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie sich diese Zahl berechnen lässt und was sie aussagt (und was nicht).

Wie berechnet man den Body Mass Index (BMI)?

Der Body Mass Index wird aus dem Körpergewicht in Kilogramm (kg) und der Körpergröße in Metern (m) errechnet. Dividieren Sie Ihr Körpergewicht durch Körpergröße mal Körpergröße und Sie erhalten die gesuchte Kennzahl BMI. Die Einheit des BMI ist kg/m², das muss Sie aber nicht kümmern solange Sie Ihr Gewicht in kg und Ihre Größe im m einsetzten. Formelmäßig ausgedrückt sieht die Berechnung also so aus:

Formel zur Berechnung des Body Mass Index (BMI)

Ein konkretes Beispiel für den Body Mass Index

Zur Veranschaulichung berechnen wir ein konkretes Beispiel. Angenommen, jemand wiegt 74 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,76 Metern. Der Wert für Körpergröße mal Körpergröße lautet gerundet 3,098. Der Body Mass Index ist also 74/3,098=23,89.

Übermäßige Genauigkeit ist bei der Berechnung des BMI nicht notwendig, da es sich nur um eine ungefähre Kennzahl handelt. In unserem Beispiel wäre also eine gerundete Angabe des BMI mit 23,9 oder 24 durchaus ausreichend.

Wie interpretiert man nun den BMI?

Grundidee des Body Mass Index ist es, anhand einer einzigen Zahl zu entscheiden, ob man für seine Körpergröße zu geringes, zu hohes oder gerade richtiges Gewicht hat.

Es ist klar, dass bei der Interpretation der Kennzahl eine gewisse Vorsicht geboten ist. So wichtige Aspekte wie Geschlecht oder Allgemeinzustand gehen ja nicht in die Kennzahl selbst ein. Diese Aspekte müssen daher bei einer detaillierten Interpretation des BMI berücksichtigt werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Interpretation des BMI.

Body Mass Index (BMI) Tabelle mit Grenzen der WHO

Als normalgewichtig gilt nach WHO-Klassifikation ein Mensch mit einem BMI zwischen 18,5 kg/m² und 25 kg/m². Ab 25 kg/m² beginnt Übergewicht, ab 30 kg/m² stuft die WHO das Übergewicht als so stark ein, dass es unbedingt medizinisch behandelt werden soll. Man spricht bei starkem Übergewicht auch von Adipositas oder Fettleibigkeit. Unterschieden wird noch nach drei Graden der Adipositas, je nach Stärke des Übergewichts. Nach unten setzt man starkes Untergewicht ab einem BMI von 16 und darunter an. Auch Untergewicht ist in dieser starken Ausprägung unbedingt behandlungspflichtig.

Die folgende grafische Darstellung ermöglicht eine rasche Beurteilung von Körpergröße und Gewicht hinsichtlich der Einstufung der WHO:

Körpergewicht und Körpergröße, Beurteilung des BMI lt. WHO

Quelle: Wikipedia

Ungenauigkeiten und Abweichungen

In eine differenzierte Beurteilung des BMI werden auch das Geschlecht und das Alter miteinbezogen. Es gibt eine Reihe von Gründen, die die oben genannten Grenzen für eine konkrete Person noch etwas verschieben können. Leichte Abweichungen bei der Interpretation sind möglich abhängig von:

  • Geschlecht
  • Alter
  • einem speziell trainierten Zustand, z.B. bei Kraftsportlern oder Bodybuildern

Der Grund für den Unterschied zwischen den Geschlechtern ist die allgemein etwas höhere Muskelmasse von Männern, bei gleichem Gewicht hat ein Mann also typischerweise einen etwas geringeren Köperfettanteil als eine Frau, die Grenzen für den BMI liegen für Männer daher auch etwas höher: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) http://www.dge.de legt Normalgewicht für Frauen mit einem BMI zwischen 19 kg/m² und 24 kg/m² fest, bei Männern besteht Normalgewicht laut DGE bei einem etwas höheren BMI zwischen 20 kg/m² und 25 kg/m².

Grob gesprochen gelten die oben angeführten Grenzen so nur für junge Erwachsene um die 25-30 Jahre. Für Kinder und Jugendliche werden die Grenzen meist deutlich anders gesetzt bzw. ist der BMI für diese Gruppe kein tragfähiges Kriterium zur Einschätzung des Körpergewichts. Mit zunehmendem Alter verschieben sich beim Erwachsenen die Grenzen um etwa 1 Zähler pro Lebensjahrzehnt, z.B. besteht also bei einem 40-jährigen Mann Normalgewicht bei einem BMI zwischen 21 kg/m² und 26 kg/m², für einen Fünfzigjährigen gilt ein BMI zwischen 22 kg/m² und 27 kg/m² als normal.

Verzerrt werden Ergebnisse aber auch durch eine ungewöhnlich hohe Muskelmasse, wie das bei aktiven (Kraft-)Sportlern häufig der Fall ist. Obwohl der Fettanteil am Körpergewicht hier oft besonders gering ist, spiegelt der hohe errechnete BMI Übergewicht vor. Für besonders gut trainierte Personen führt also die einfache Interpretation des BMI nach den WHO-Grenzen in die Irre, da die spezielle Körperzusammensetzung nicht berücksichtigt wird.

Ebenso erweist sich der BMI für besonders große Menschen als unzuverlässig. Hier kommt es auch tendenziell zu einer Überschätzung des Körperfetts, der BMI weist also häufig bei sehr großen Personen zu Unrecht Übergewicht aus, obwohl der Fettanteil tatsächlich nicht zu hoch ist.

Zuverlässigere Kenngrößen

Eine zuverlässigere Einstufung, ob man übergewichtig ist, lässt die Messung des Körperfettanteils zu. Dazu wird mit speziellen Messkluppen an bestimmten Körperstellen die Dicke der (Haut-)Falten gemessen und daraus recht präzise der Anteil des Körperfetts am Gesamtgewicht errechnet. Diese Größe ist für viele Zwecke wesentlich aussagekräftiger als der Body Mass Index, da die Messung des Körperfettanteils nicht so leicht durch individuelle Unterschiede etwa im Körperbau verfälscht wird.

Neben der bekannten Bestimmung des Körperfettanteils über die Messung der Faltendicke gibt es eine Reihe anderer mehr oder weniger zuverlässiger Größen, die zur Beurteilung von Über- oder Untergewicht eingeführt wurden. Recht populär ist seit einiger Zeit die Verwendung des Verhältnisses von Größe zu Bauchumfang. Diese Größe berücksichtigt die Erkenntnis, dass vor allem Fett um die Leibesmitte gesundheitlich nachteilige Folgen hat, da es z.B. auch hormonell aktiv ist und den Stoffwechsel negativ beeinflussen kann.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Body Mass Index (BMI) zwar eine wertvolle Hilfe bei der Beurteilung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße ist, es bei der Interpretation aber einer gewissen Vorsicht bedarf. Ergänzt werden sollte die Beurteilung auf jeden Fall durch eine seriöse Messung des Körperfettanteils über die Hautfaltendicke. Zusätzliche Informationen liefert das Verhältnis von Körpergröße zu Bauchumfang.

 

 

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Veröffentlicht in Ernährung, Gewichtskontrolle Tags: Abnehmen, BMI, Körperfettanteil

1 Kommentar(e) zum Beitrag Body Mass Index (BMI): Exakte Kennzahl oder grobe Richtschnur?

  • Gesundheitsportal kommentiert:

    Die Informationen zum BMI sind sehr umfangreich auf dieser Seite und erläutern die Hintergründe sehr gut. Einfache Kalkulatoren, wo einfach das aktuelle Gewicht, die Körpergröße eingegeben werden müssen und wo dann der derzeitige BMI ausgespuckt wird, findet man z.B. unter: http://www.frag-dich-gesund.de/bmi-rechner.html

    Danke für den Artikel, weiter so...

    Veröffentlicht am 12. Jänner 2012 um 09:29