Rosenwurz (Rhodiola rosea) Informationen

Wir haben auf dieser Seite die wichtigsten Informationen zur traditionellen Verwendung von Rhodiola rosea (Rosenwurz) sowie zum aktuellen Wissensstand zusammengefasst. Am Ende der Seite finden Sie eine Auflistung der in diesem Artikel zitierten wissenschaftlichen Publikationen zu Rhodiola rosea.

Rhodiola rosea, auch Rosenwurz genannt, kommt in vielen kalten Regionen der nördlichen Halbkugel vor. Verwendung findet die Pflanze seit jeher in der traditionellen Heilkunde Sibiriens und Skandinaviens zur Bewältigung von Stress und als Tonikum zur geistigen und körperlichen Kräftigung. In aktuellen Studien wurden positive Effekte unter körperlicher und psychischer Belastung, eine Förderung der Regeneration sowie eine stimmungsaufhellende und angstlösende Wirkung nachgewiesen. Rhodiola rosea gilt zudem als bedeutendes Adaptogen.

Rosenwurz (Rhodiola rosea) in extremer Lage

Rosenwurz (Rhodiola rosea) in extremer Lage

Botanik, Vorkommen und Merkmale

Bei Rhodiola rosea handelt es sich um eine Pflanze aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae), die in arktischen Regionen und in Höhenlagen Nordeuropas und Asiens vorkommt. Vereinzelt gibt es auch Bestände in den Alpen. Die Pflanze erreicht eine maximale Höhe von etwa 50 cm. Die Blüten sind gelb bis rötlich, die fleischigen Blätter häufig leicht bläulich schimmernd. Der Duft ist angenehm aromatisch und je nach Standort unterschiedlich intensiv. Die Bezeichnung “rosea” gründet auf dem ausgeprägten rosenartigen Geruch der Wurzelstöcke der Pflanze.

Verwendete Pflanzenteile und Gewinnung

Verwendet werden die Wurzelstöcke der Pflanze. Moderne Präparate in Kapselform enthalten Extrakt aus der Wurzel. Die Qualität des Extraktes hängt dabei stark vom Standort und vom Alter der verwendeten Pflanzen ab. Weiters bestimmt die Wahl des Extraktionsverfahrens ganz wesentlich den Endgehalt an aktiven Substanzen im Extrakt.

Wirkstoffe und Wirkmechanismen

Hauptverantwortlich für die Wirkung von Rhodiola rosea sind nach heutigem Wissensstand die vor allem in der Wurzel der Pflanze enthaltenen Rosavine und Salidroside. Je nach Qualität des Pflanzenmaterials und abhängig vom verwendeten Extraktionsverfahren unterscheiden sich die am Markt angebotenen Extrakte im Gehalt dieser relevanten Stoffe zum Teil erheblich. Qualitativ hochwertige Produkte sollten einen Gehalt von mindestens 3% Rosavinen und wenigstens 1% Salidrosiden aufweisen. Vorzuziehen sind höherwertige Extrakte mit 5% Rosavinen und 3% Salidrosiden.

Die Fähigkeit von Rhodiola rosea, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu erhöhen, die Konzentration zu fördern und Erschöpfungszustände zu beheben, wird vor allem auf eine verbesserte Regulation verschiedener Botenstoffe des zentralen Nervensystems wie Dopamin und Serotonin zurückgeführt. Weiters wird eine Verbesserung der Eiweißsynthese und der Sauerstoffversorgung vermutet, was einen Erklärungsansatz für die raschere körperliche Regeneration nach starker Belastung und die Wirksamkeit gegen die Höhenkrankheit liefert.

Anwendungen und Hauptnutzen

In jüngerer Zeit wurde man vor allem auf die Wirkung von Extrakten aus der Wurzel der Pflanze aufmerksam. Nachgewiesen wurden positive Effekte durch Reduktion von körperlichem und psychischem Stress unter Belastung, eine Förderung der Regeneration sowie eine stimmungsaufhellende und angstlösende Wirkung. Rhodiola rosea wird auch als Mittel gegen milde Depressionen eingesetzt. Extrakt aus Rhodiola rosea stuft man als Adaptogen ein, d.h. als Substanz, die den Körper in der Bewältigung von körperlichem und psychischem Stress unterstützt und die Widerstandskraft und die Regeneration bei erhöhter Belastung fördert [1-3].

Erst in den letzten Jahren griff die internationale Forschungsgemeinschaft einige ältere Ergebnisse zu Rhodiola rosea auf. Inzwischen existieren zahlreiche allgemein zugängliche Studien zur Wirksamkeit. Nachgewiesen wurden die in der Volksmedizin seit jeher bekannte Reduktion von körperlichem und psychischem Stress sowie eine verbesserte Regeneration, eine stimmungsaufhellende und angstlösende Wirkung sowie eine Förderung der Konzentration und des Erinnerungsvermögens [1]. Kürzlich wurde zudem ein neuroprotektiver Effekt von Rhodiola nachgewiesen [5] (Schutz von Gehirnzellen vor schädlichen Einflüssen). Weitere beobachtete positive Effekte einer Einnahme von Rhodiola rosea sind eine Verbesserung der Schlafqualität [2,4], sowie eine raschere Erholung nach Erschöpfungszuständen [3]. Auch Anwendungen zur Vermeidung der Höhenkrankheit im Bergsport sind bekannt, Hinweise auf die beteiligten Mechanismen gibt es bereits [1,4].

Geschichte und Ethnobotanik

Bedeutung hat Rhodiola rosea seit jeher in der Heilkunde Sibiriens und Skandinaviens zur Bewältigung besonderer Belastungen, als Tonikum zur geistigen und körperlichen Kräftigung und als Mittel gegen Depressionen. Obwohl fest in der Volksmedizin Skandinaviens und Sibiriens verankert, blieb die Pflanze in unseren Breiten lange als Heilpflanze unbekannt. Mit ein Grund mag sein, dass detaillierte wissenschaftliche Untersuchungen vor allem in Russland zur Zeit des kalten Krieges durchgeführt wurden und bis heute nicht im Detail zugänglich sind.

Skandinavische Forscher veröffentlichten ihre Untersuchungen zu Rhodiola rosea lange nur in lokalen Journals, die Ergebnisse blieben durch die Sprachbarriere international unbeachtet. In russischen Studien wurde vor allem die Wirkung zur Erhöhung der körperlichen und psychischen Belastbarkeit erforscht. Interessant war hier offenbar die Verwendung von Rhodiola rosea im Leistungssport sowie diverse militärische Anwendungen. Kolportiert wurde auch immer wieder der Einsatz von Rhodiola rosea in der Raumfahrt, um die Widerstandsfähigkeit von Kosmonauten zu erhöhen. In Skandinavien hingegen untersuchte man hauptsächlich die Wirkung entsprechend der “zivileren” traditionellen Verwendung zur Bewältigung psychischer Anspannung und von Stresssituationen.

Anwendungshinweise

In den Studien sind für die beschriebenen Dosierungen keine Nebenwirkungen aufgetreten. Toxische Wirkungen bei fachgerechtem Gebrauch sind nicht bekannt. Wie bei übermäßigem Kaffeegenuss kann es auch bei extrem hoher Dosierung von Rhodiola rosea zu Unruhe und Schlaflosigkeit kommen. Anwender sollten Extrakte aus Rhodiola rosea wegen ihrer anregenden Wirkung in der ersten Tageshälfte einnehmen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Frauen von einer Einnahme absehen.

 

Referenzen:

[1] Panossian A, Wikman G, Sarris J.
Rosenroot (Rhodiola rosea): traditional use, chemical composition, pharmacology and clinical efficacy.
Phytomedicine, 2010 Jun;17(7):481-93

[2] Kelly GS.
Rhodiola rosea: a possible plant adaptogen.
Altern Med Rev. 2001 Jun;6(3):293-302

[3] Olsson EM, von Schéele B, Panossian AG.
A randomised, double-blind, placebo-controlled, parallel-group study of the standardised extract shr-5 of the roots of Rhodiola rosea in the treatment of subjects with stress-related fatigue.
Planta Med. 2009 Feb;75(2):105-12

[4] Ha Z, Zhu Y, Zhang X, Cui J, Zhang S, Ma Y, Wang W, Jian X.
[The effect of rhodiola and acetazolamide on the sleep architecture and blood oxygen saturation in men living at high altitude], Artikel in Chinesisch, abstract unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12423559;
Zhonghua Jie He He Hu Xi Za Zhi. 2002 Sep;25(9):527-30

[5] Palumbo DR, Occhiuto F, Spadaro F, Circosta C.
Rhodiola rosea Extract Protects Human Cortical Neurons against Glutamate and Hydrogen Peroxide-induced Cell Death Through Reduction in the Accumulation of Intracellular Calcium.
Phytother Res. 2011 Nov 15. doi: 10.1002/ptr.3662. [Epub ahead of print]

 

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