Guarana (Paullinia cupana) Informationen

Guarana (Paullinia cupana)

Wir haben auf dieser Seite die wichtigsten Informationen zur Verwendung von Guarana (Paullinia cupana) sowie zum aktuellen Wissensstand zusammengefasst. Am Ende der Seite finden Sie eine Auflistung der in diesem Artikel zitierten wissenschaftlichen Publikationen zu Guarana.

Bei Guarana (Paullinia cupana) handelt es sich um eine Lianenart, die vor allem im Amazonasbecken vorkommt. Verwendet werden die Samen der Pflanze. In der indianischen Volksmedizin ist Guarana in Gebrauch als Tonikum und Anregungsmittel bei Ermüdungserscheinungen und Kopfschmerzen. Guarana wird auch gerne zur Steigerung der Ausdauer eingenommen.

Botanik, Vorkommen und Merkmale

Guarana (Paullinia cupana) gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) und kommt in verschiedenen Varietäten am oberen Orinoko (var. typica) und im Amazonasgebiet (var. sorbilis) vor. Die Kletterpflanze wird heute in Plantagen in Brasilien, Venezuela und Paraguay ähnlich wie Hopfen angebaut. Sie wird 10 bis 12 Meter lang, hat 20 - 35 cm lange fünfteilige Fiederblätter und kleine weiße Blüten. Es existiert auch eine niedrige buschförmige Kulturform. Die mehrjährige immergrüne Pflanze trägt zweimal im Jahr Früchte. In diesen etwa kirschgroßen, roten, bei der Reife dunkel bis schwarz werdenden, dreifächrigen Kapselfrüchten entwickelt sich oft nur ein dunkelbrauner bis schwarzer Samen.

Verwendete Pflanzenteile und Gewinnung

Die reifen Früchte werden geschält und die Samen geröstet. Traditionell werden sie zerrieben mit Wasser zu einer Paste verarbeitet [1]. Diese Paste wird sodann zu Stangen geformt und getrocknet. In dieser Form kann Guarana gelagert werden und gelangt auch heute noch so in den Handel. In der modernen Herstellung wird das aus den gerösteten Samen gewonnene Pulver jedoch direkt weiterverarbeitet, etwa zu einem in Brasilien sehr populären Energy-Drink. Als Nahrungsergänzung wird Guarana meist in Kapselform verwendet.

Wirkstoffe und Wirkmechanismen

Hauptverantwortlich für die anregende und hungerdämpfende Wirkung von Guarana ist das in den Samen enthaltene Koffein, das aber im Unterschied zum Koffein aus Kaffee nur langsam freigesetzt wird. Dadurch entsteht eine deutlich angenehmere und länger anhaltende Wirkung. Diese langsame Abgabe wird duch die Bindung des Koffeins und anderer Alkaloide an die in Guarana enthaltenen Gerbstoffe bewirkt.

Guarana enthält neben Koffein noch verwandte Alkaloide wie Guaranin sowie etwas Theobromin und Theophyllin, außerdem Catechingerbstoffe, Saponine und weitere Substanzen in geringen Mengen [2]. Der Gehalt an Koffein ist um ein Mehrfaches höher als der von Kaffeebohnen.

Anwendungen und Hauptnutzen

An Guarana-Produkten wird heute vor allem die stimulierende, erfrischende Wirkung geschätzt. Die Fähigkeit von Guarana, die körperliche Ausdauer zu steigern und Müdigkeit zu  bekämpfen, ist ja bereits lange bekannt.

In mehreren Studien wurde jüngst auch ein deutlicher positiver Effekt von Guarana auf die geistige Leistungsfähigkeit nachgewiesen [3-5]. Die erzielten Verbesserungen der geistigen Leistung und die Erhöhung der Konzentrationsdauer sind wahrscheinlich nicht allein auf den Koffeingehalt zurückzuführen [4].

Guarana kann sehr gut mit bestimmten anderen pflanzlichen Wirkstoffen kombiniert werden, z.B. mit Ginseng (Panax ginseng). Es ergänzt und unterstützt diese Stoffe in ihrer Wirkung [3].

Geschichte und Ethnobotanik

Zahlreiche Völker im Amazonas- und Orinokogebiet nutzten seit jeher die wildwachsende Guarana-Pflanze. Kultiviert und gezielt angebaut wurde sie lediglich von den Maué-Indios, einem Stamm an einem südlichen Nebenfluß des Amazonas. Verwendet wurden in beiden Fällen die Samen.

Die Indios bereiten auch heute noch aus der Guarana-Paste ein anregendes Getränk zu, das wegen des ausnehmend bitteren Geschmacks nach Möglichkeit mit Honig stark gesüßt wird. In der indianischen Volksmedizin ist Guarana in dieser Form in Gebrauch als Tonikum und Anregungsmittel bei Ermüdungserscheinungen und bei Kopfschmerzen. Guarana steht auch im Ruf, ein Aphrodisiakum zu sein. Diesbezügliche Effekte sind aber wohl eher auf die allgemein anregende Wirkung zurückzuführen.

Die erste bekannte Beschreibung von Guarana stammt vom Jesuitenmissionar J.F. Betendorf aus dem Jahr 1669. Er wies bereits auf den Einsatz bei Kopfschmerzen, Fieber und Schwächezuständen hin. Das steigende Interesse an Guarana im 18. Jahrhundert führte zu verstärktem Anbau durch die Maué-Indios. Auch entstanden in dieser Zeit erste Plantagen zur Gewinnung von Guarana.

Die Guarana-Liane wurde gleich zweimal für die Botanik entdeckt: Im Jahr 1800 beschrieben Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland die Pflanze im Orinokogebiet, sie erforschten zwischen 1799 und 1804 Teile der damaligen spanischen Kolonien. Unabhängig davon waren zwischen 1817 und 1820 Johann Baptist Spix und Carl Friedrich Philipp Martius in Brasilien unterwegs. Im Amazonasgebiet lernten sie Guarana kennen und beschrieben die Pflanze ebenfalls. Carl Sigismund Kunth, der Hauptbearbeiter der botanischen Ergebnisse Humboldts, erkannte später, dass die von Martius beschriebene Pflanze und die von von Humboldt zuerst benannte Paullinia cupana zur gleichen Art gehören.

Anwendungshinweise

Guarana enthält Koffein. Personen, die empfindlich auf Koffein reagieren, sollten Guarana deshalb nur in niedriger Dosierung und nicht abends einnehmen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Frauen von einer Einnahme absehen.

 

Referenzen:

[1] Bruno Wolters
Drogen. Pfeilgift und Indianermedizin. Arzneipflanzen aus Südamerika.
Verlag Urs Freund, 1994.

[2] R. Hänsel, K. Keller, H. Rimpler, G. Schneider (Hrsg.)
Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Bd. 6, 1994, Springer Verlag

[3] D.O. Kennedy, C.F. Haskell, K.A. Wesnes and A.B. Scholey
Improved cognitive performance in human volunteers following administration of guarana (Paullinia cupana) extract: comparison and interaction with Panax ginseng.
Pharmacology Biochemistry and Behavior, Nov 2004, 79(3): 401-11.

[4] Haskell CF, Kennedy DO, Wesnes KA, Milne AL, Scholey AB
A double-blind, placebo-controlled, multi-dose evaluation of the acute behavioural effects of guaraná in humans.
J Psychopharmacol. 2007 Jan; 21(1): 65-70.

[5] Kennedy DO, Haskell CF, Robertson B, Reay J, Brewster-Maund C, Luedemann J, Maggini S, Ruf M, Zangara A, Scholey AB
Improved cognitive performance and mental fatigue following a multi-vitamin and mineral supplement with added guaraná (Paullinia cupana).
Appetite. 2008 Mar-May; 50(2-3): 506-13.

 

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