Österreichischer Ernährungsbericht 2012

Lachsfilet mit Gemuese
Der Österreichische Ernährungsbericht 2012 beruht erstmals auf Untersuchungen statt Befragungen

Mit dem Österreichischen Ernährungsbericht 2012 wird erstmals in Europa ein derartiger Bericht auf Basis von Untersuchungen statt wie üblich allein auf Basis von Befragungen veröffentlicht. 1002 Personen wurden untersucht. Die Ergebnisse sind in vielerlei Hinsicht ernüchternd.

Untersuchungen, die allein auf Befragungen beruhen, haben häufig mit erheblicher Schönfärberei der Befragten zu kämpfen. Nicht immer lassen sich derartige Verzerrungen nachträglich ausfiltern, entsprechend relativiert sich die Aussagekraft.

Der Österreichische Ernährungsbericht 2012 geht hier neue Wege.

1002 untersuchte Personen

Auf insgesamt 424 Seiten legt der Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit die Ergebnisse aus Untersuchungen an insgesamt 1002 repräsentativen Personen in Österreich dar:

Österreichischer Ernährungsbericht 2012 (pdf, 22 Mb)

Ergebnisse „besorgniserregend“

Bundesminister Stöger bezeichnet die Ergebnisse der Untersuchung als „besorgniserregend“.

Rund 40 Prozent der untersuchten Erwachsenen sind übergewichtig. Als Kriterium wird der Bodymassindex (BMI) herangezogen: Mit einem BMI von mehr als 25 wird man dabei als übergewichtig eingestuft. Zwölf Prozent der Untersuchten sind adipös, d.h. ihr BMI liegt sogar über 30.

Die Zahlen im letzten Ernährungsbericht waren hier deutlich positiver. Die Zahl der Übergewichtigen hat sich stark erhöht. Möglicherweise ist dieser Effekt aber durch die Erhebungsmethode verursacht, wie Ibrahim Elmadfa vom Institut für Ernährungswissenschaften der Uni Wien einräumt. Er hat den Bericht im Auftrag des Gesundheitsministeriums herausgegeben. Bei der neuen Erhebungsmethode spielen allzu schmeichelhafte Angaben der Untersuchten keine Rolle mehr; es wird gemessen, gewogen und analysiert.

Vor allem zu wenig Bewegung

Eine interessante Erkenntnis aus dem Bericht betrifft das Verhältnis von Kalorienzufuhr und Bewegung im Alltag: Das Problem ist offenbar nicht unbedingt, dass die Österreicher zu viel essen – der Bewegungsmangel hat zugenommen.

Daraus entspringt die Forderung nach einer angepassten Ernährung, die die weiter abnehmende körperliche Aktivität im Alltag berücksichtigt.

Neue Ernährungspyramide gefordert

Der verringerten Aktivität versucht das Ministerium mit der neuen Ernährungspyramide Rechnung zu tragen, die es seit einiger Zeit propagiert. Bildeten bisher Kohlenhydrate in der Ernährungsempfehlung des Ministeriums die Basis, so sollen sie nun von ausreichend Flüssigkeit, Obst und Gemüse abgelöst werden. Laut Minister Stöger habe man bei der Entwicklung der Pyramide auf einen „bewegungsarmen Alltag“ abgestellt.

Nationaler Aktionsplan Ernährung

Die Erkenntnisse aus der Untersuchung fließen in einen Aktionsplan zur Ernährung der ÖsterreicherInnen ein:

Nationaler Aktionsplan Ernährung 2012 (pdf, 3 Mb)

Ost-West-Gefälle

Schon geradezu „traditionell“ zu nennen ist das Ost-West-Gefälle in Gesundheitsfragen: Sowohl Körpergewicht, BMI, Hüft- und Taillenumfang sowie das Körperfett der Bewohner westlicher Bundesländer liegen unter den Werten der Ostösterreicher. Die Studienautoren sehen den Grund dafür vor allem in einem anderen Lebensstil. Hauptrolle dürfte auch hier die Bewegung im Alltag spielen. Hier haben die westlichen Bundesländer seit vielen Jahren die Nase vorn.

Schulkinder im Fokus

Durch die Forcierung von Schulbuffets mit einem ausgewogenen Angebot soll einer weiteren besorgniserregenden Entwicklung begegnet werden: Bereits rund jedes vierte Schulkind ist übergewichtig (24%). Und dieser Wert steigt von Jahr zu Jahr rapide. Da Übergewicht im Kindesalter besonders leicht zu schwerwiegenden Problemen im Erwachsenenalter führt, sieht das Bundesministerium hier einen wichtigen Ansatzpunkt für Beratung und konkrete Maßnahmen hin zu einer angepassten Ernährung im Alltag.

Fazit

Die Zahlen des neuen Ernährungsberichts sind noch deutlich ernüchternder als die Vergleichszahlen der Vorjahre. Möglicherweise ist das zum Teil durch die neue Erhebungsmethode bedingt: Die Zahlen beruhen erstmals auf direkten Untersuchungen der Testpersonen. Bisher vertraute man auf Befragungen und die darin genannten Zahlen der Untersuchten. Der neue Ernährungsbericht ist durch diese Vorgehensweise europaweit einzigartig und bildet die Basis für Maßnahmen wie den Nationalen Aktionsplan Ernährung.

 

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